Eine Brandtote und 17 Verletzte nach Wohnungsbrand in Mülheim
Bericht
Am gestrigen Montagabend, dem 16.5.2011, wurde die Feuerwehr Köln um 21.19 Uhr zu einem Wohnungsbrand in der Sonnenscheinstraße in Mülheim gerufen. Während die zuerst alarmierten Kräfte noch auf der Anfahrt waren, stellte sich durch weitere Notrufe heraus, dass auch Personen vermisst wurden, so dass die Leitstelle die Alarmstufe auf Feuer 2 erhöhte und damit einen zweiten Löschzug entsandte.
In einem viergeschossigen Wohnhaus mit acht Wohnungen war in der rechten Seite im 2. Obergeschoss ein Feuer ausgebrochen. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte sich hieraus ein schon ein ausgedehnter Zimmerbrand entwickelt. In dem Zimmer wurde noch eine pflegebedürftige Frau vermisst, ihr Ehemann hatte sich bis vor die Wohnungstür retten können und wurde dann der Feuerwehr nach unten geführt. Parallel wurde die Frau aus dem Brandraum gerettet und das Feuer anschließend gelöscht. Beide erlitten eine schwere Rauchgasvergiftung, die Frau zusätzlich schwerste Verbrennungen.
Über der Brandwohnung wohnte eine junge Familie mit zwei Kindern und den Eltern des Mannes. Diese Wohnung war von der starken Rauchentwicklung erheblich betroffen. Der ältere Mann hatte die Wohnung bereits verlassen und war von der Feuerwehr ebenfalls im Treppenraum in Empfang genommen worden, doch die übrigen fünf Bewohner standen am Fenster in dichtem Rauch und erwarteten die Hilfe der Feuerwehr. Sie wurden über die Drehleiter gerettet, parallel dazu stieg ein weiterer Trupp über die Schiebleiter auf den Balkon und in die Wohnung ein, um die Rettung von dort zu unterstützen. Aus der Wohnung im 3. Obergeschoss links wurde ein Ehepaar mit Fluchthauben aus der ebenfalls verrauchten Wohnung geführt. Auf diese Weise wurden von der Feuerwehr insgesamt 10 Personen aus dem Haus gerettet.
Diese 10 Personen wurden alle wegen Rauchgasvergiftungen mit insgesamt 5 Rettungswagen und 3 Notärzten in verschiedene Krankenhäuser gefahren. Daneben wurden im Rettungsbus der Feuerwehr noch weitere acht Personen, darunter eine Familie mit drei Kleinkindern aus der Wohnung neben der Brandwohnung, mit leichter Rauchgasvergiftung behandelt, aber nicht ins Krankenhaus gebracht.
Die Frau aus der Brandwohnung erlag kurz nach dem Eintreffen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Die beiden oberen Geschosse des Hauses sind wegen des Feuers (Brandwohnung) und wegen der starken Verrauchung mit den entsprechenden Rußablagerungen zur Zeit nicht bewohnbar, die Bewohner, die nicht im Krankenhaus sind, sind bei Bekannten untergekommen.
Während des Einsatzes wurden außerdem zwei Feuerwehrkollegen durch eine umstürzende Tür verletzt. Sie wurden leicht verletzt mit einem sechsten Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren.
Die Feuerwehr und der Rettungsdienst Köln waren mit zwei Löschzügen, sechs Rettungswagen, drei Notärzten und dem Rettungsbus sowie dem Führungsdienst, einem Seelsorger und Logistikfahrzeugen (insgesamt 22 Fahrzeuge mit 58 Einsatzkräften) etwa zwei Stunden lang im Einsatz.



