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Hubschrauberabsturz bei Schleiz

Am Pfingstsonntag 2010 stürzte auf einem Feld am Waldrand bei Mönchgrün im Saale-Orla-Kreis (Thüringen) ein Hubschrauber ab. Alle vier Personen an Bord kamen beim Absturz ums Leben. Der Helikopter stürzte nur 500 Meter vom Ortsrand entfernt und ca. 800 Meter neben der viel befahrenen Bundesautobahn 9 ab. Die Sicherung der Unfallstelle übernahmen die örtlich zuständigen Feuerwehren. Die Untersuchung des Absturzes übernahmen Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig.
23.05.2010 16:40
Görkwitz OT Mönchgrün
Deutschland / Thueringen / Saale-Orla-Kreis
Ereignis: Technische Hilfeleistungen
Bereich: Verkehr
Objekt: Verkehrsmittel
Stichworte: Amtshilfe, Hubschrauber, Technische Hilfeleistung
Autor: Ronny Schuberth, Stadtbrandmeister der Feuerwehr Schleiz
Quelle: Feuerwehr Retten - Löschen - Bergen 60(2010)10, S. 40 - 41,4 Abb.; www.feuerwehr-schleiz.de

 

Bericht

Am 23. Mai 2010 stürzte ein Hubschrauber vom Typ Fairchild-Hiller 1100 in der Nähe von Mönchgrün im Saale-Orla-Kreis (Thüringen) ab. Die Absturzstelle lag nur 500 m entfernt von dem kleinen Örtchen und auch nur 800 m neben der viel befahrenen BAB 9. An Bord des Helikopters waren vier Personen, die den Absturz nicht überlebten. Bei dem Flug handelte es sich um einen rein privat organisierten Rundflug, der in Moßbach startete.

Die Alarmierung der Stützpunktfeuerwehr Schleiz, der Freiwilligen Feuerwehren (FF) Görkwitz (örtlich zuständig), Oettersdorf, Neundorf, Pörmitz und Volkmannsdorf erfolgte um 16.39 Uhr.

Die Absturzstelle wurde schnell auf einem Feld, das auch gut zugänglich war, gefunden. Der Hubschrauber war stark deformierte, brannte aber nicht. Auch ein Auslaufen von Flüssigkeiten wurde nicht festgestellt.

Hubschrauberabsturz bei Schleiz Bild 1

Unfallmaschine nach dem Aufprall.

In Absprache mit dem zuständigen Wehrführer der FF Görkwitz übernahm um 16:58 Uhr nach der ersten Lageerkundung der Stadtbrandmeister der Stützpunktfeuerwehr Schleiz die Einsatzleitung. Bei der weiteren Lageerkundung wurde festgestellt, dass die Insassen wahrscheinlich vor dem Aufprall aus dem Hubschrauber herausgeschleudert wurden. Die Rettung der Personen war nicht mehr möglich.

Ein Einsatz aller alarmierten Feuerwehren war nicht mehr notwendig. Um 17:00 Uhr wurde der Einsatz für alle auf der Anfahrt befindlichen Kräfte und die Feuerwehr Görkwitz abgebrochen. Gegen 18:00 Uhr wurden auch der Notarzt und der Rettungsdienst aus dem Einsatz herausgelöst.

Die Sicherstellung des Brandschutzes mit Schaum und Pulver erfolgte durch die Stützpunktfeuerwehr Schleiz. Mit deren Hilfe wurde ein innerer Absperrkreis um das Wrack aufgebaut, in dem sich nur wenige Einsatzkräfte aufhalten durften. Es sollten so wenig Spuren wie möglich vernichtet werden, bevor die Kräfte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig und der Kriminalpolizei ihre Untersuchung beginnen würden.

Der Absturz erregte großes Medieninteresse. Viele Medienvertreter mussten vor Ort betreut werden.

Nach dem Eintreffen der Experten von Polizei und der Bundesanstalt zur Luftunfalluntersuchung begannen die Arbeiten zur Spurensicherung und Ursachenforschung. Rund 80 Polizeibeamte und Experten waren zeitweise am und um den Einsatzort beschäftigt. Während dieser Zeit wurde durch die Kameraden der Feuerwehr neben den Sicherungsarbeiten die Be- und Ausleuchtung der Einsatzstelle durchgeführt und die Versorgung aller am Einsatz beteiligten Personen organisiert. Sie unterstützten die Experten bei den Untersuchungen mit ihren technischen Geräten und halfen bei der Bergung von Wrackteilen.

Hubschrauberabsturz bei Schleiz Bild 2

Die Kameraden leuchteten die Absturzstelle aus und unterstützten die Sachverständigen mit technischem Gerät.

Unter anderem wurden die folgenden Zuarbeiten ausgeführt:
-    Ausbau der Kraftstoffleitung und einer Einspritzdüse aus der Brennkammer,
-    Aufstellen des Hubschraubers mit Hilfe einer Seilwinde und Umlenkrollen, um eine unter dem Wrack liegende Person zu bergen,
-    Abtrennen eines Rotorflügels und später des gesamten Rotors mit dem Motortrennschleifer,
-    Ausrichten des Hubschrauber in Längsrichtung mit Hebekissen,
-    Durchschneiden der Außenhaut und einer Innenwand mit der Blechschere, um die Tankblase freizulegen,
-    Aufbohren der Tankblase und Auffangen des verbliebenen Kraftstoffes in einer Schuttmulde.

Vier Notfallseelsorger beschäftigten sich mit den Angehörigen der Hubschrauberinsassen. Spät in der Nacht traf das Team der Seelsorger auch am Unfallort ein, um den Einsatzkräften beizustehen.

Zwei Frauen von Schleizer Feuerwehrleuten bereiteten im Feuerwehrhaus Speisen und Getränken für die ca. 100 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und den Untersuchungsgruppen zu.

Nach dem Einrücken ins Gerätehaus und noch vor Herstellung der Einsatzbereitschaft erfolgte eine erste Auswertung des Einsatzes durch die Einsatzleitung mit den Kameraden bei einer Tasse Kaffee. Hierbei sollte auch das Befinden der Kameraden festgestellt werden. Die anschließende Reinigung der stark verschmutzten Technik dauerte etwa zwei Stunden. Der Einsatz einschließlich der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft wurde um 08:00 Uhr beendet.


Ansprechpartner:

Feuerwehr Schleiz

Referenzen:

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erstellt von rschmeisser am - 29.07.2011 11:04