Kopfüber in der Baumkrone
Bericht
Eine 15-jährige Flugschülerin war mit ihrem Segelschulflugzeug in den Baumwipfeln des Ith-Waldes bei Bisperode (Gemeinde Coppenbrügge) in der Nähe von Hameln (Niedersachsen) hängen geblieben. Ein dicker Ast hatte die Tragfläche durchbohrt und verhinderte, dass das Flugzeug auf den Boden herunterstürzte. Die junge Pilotin blieb unverletzt und hing kopfüber im Sitzgurt der verunglückten Maschine.
Nur acht Minuten nach Meldungseingang hatten die Einsatzkräfte der FF Bisperode den Einsatzort in dem Waldgebiet erreicht. Das Flugzeug war in ca. 15 m Höhe über dem zwischen zwei Bäumen eingeklemmt. Bei Ankunft der Feuerwehr hatte die Pilotin das Kanzeldach ihres Seglers geöffnet und war ansprechbar.
Höhenretter befreien die junge Pilotin aus dem abgestürzten Segelflugzeug.
Um die Drehleiter sicher aufstellen zu können, wurden durch den Einsatzleiter mehrere Ladungen Schotter angefordert und aufgeschüttet. Vom Lufttransportgeschwader 63 aus Diepholz wurde der RTH SAR-31, der mit einer Personenwinde ausgestattet ist, angefordert. Weiterhin wurde die Höhenrettungsgruppe aus Oldendorf alarmiert.
Als erstes traf der Rettungshubschrauber ein. Die ungünstigen Aufwinde am Mittelgebirgszug des Ith verhinderten, dass die Maschine ruhig in der Luft gehalten werden konnte, um eine gefahrlose Rettung mit der Winde zu ermöglichen. Nach dem Eintreffen der Oldendorfer Höhenretter wurde sofort mit der Sicherung der Pilotin begonnen. Des weiteren wurde auch der Sprungretter der FF Hameln unter der Pilotin in Stellung gebracht.

Zur Vorsicht ist der Sprungretter der FF Hameln unter dem Segelflieger aufgestellt worden. Nach dem Ablassen wird die glückliche Pilotin zum Rettungswagen gebracht.
Durch die Höhenretter wurden Seilsicherungen zwischen zwei benachbarten Bäumen angebracht. Danach konnte die Pilotin die ihr zugereichten Sicherungsseile am Gurtgeschirr des Fallschirmes befestigen. Diese Sicherungsleinen wurden mit dem Seil zwischen den beiden Festpunkten an den Nachbarbäumen verbunden.
Während der Vorbereitungen wurde die Pilotin vom Notarzt permanent angesprochen. Sie verhielt sich während der gesamt Rettungsaktion sehr gefasst und ruhig. Die laufenden Rettungsmaßnahmen der Einsatzkräfte wurden ihr während der ganzen Zeit erklärt. Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, musste sie den Gurt, der sie im Flugzeug hielt, lösen und sich den Sicherungsseilen anvertrauen. Drei Stunden nach dem Absturz löste sie den Gurt und wurde von den Sicherungsseilen aufgefangen.

Sichere „Landung“ - die Pilotin hängt sicher in den Seilen und wird zur Erde gelassen.
Sie wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Danach musste noch das Flugzeug gesichert oder geborgen werden. In Absprache mit den verantwortlichen Vertretern des Luftsportvereins wurde beschlossen, das ca. 260 kg schwere Flugzeug an den Boden zu bringen. Der tragende Baum wurde angesägt und aus sicherer Entfernung mit einem Seilzug gefällt. Das Flugzeug fiel mit der Spitze voraus durch die Äste der anderen Bäume und kippte erheblich beschädigt auf den Boden.



